Trinkwasser ist die kritischste Ressource bei einem Blackout. Wasserwerke und Pumpstationen laufen mit Strom — fällt der Strom aus, kann auch der Wasserdruck zusammenbrechen. Was tun?
Warum Wasser beim Blackout ein Problem wird
Viele Wasserwerke haben Notstromaggregate, aber nicht alle. Und selbst wenn das Wasserwerk funktioniert: die Druckerhöhungspumpen in Mehrfamilienhäusern laufen mit Strom. Ab dem 3. Stockwerk aufwärts kann nach einigen Stunden kein Wasser mehr fließen.
Sofortmaßnahme: Badewanne füllen
Sobald ein längerer Ausfall bekannt wird oder absehbar ist: alle Behälter und die Badewanne füllen. Das gibt 150–300 Liter Zusatzreserve für Sanitär und Kochen.
Mittelfristig: Regenwassertank
Ein Regenwassertank mit 500–1.000 Litern ist die einfachste permanente Notfallreserve. Das Wasser ist nicht trinkbar ohne Filterung, aber hervorragend für Toilette, Körperhygiene und Kochen wenn es abgekocht wird.
Wasseraufbereitung im Notfall
Abkochen: 1 Minute sprudelnd kochen tötet alle Keime ab (auf Höhe über 2.000m: 3 Minuten). Funktioniert auf Gas- oder Holzkocher ohne Strom.
Wasserfilter: Keramikfilter oder Graviationsfilter (z.B. Berkey) filtert ohne Strom. Kombiniert mit Desinfektion (1 Tropfen Haushaltsbleiche 5 % pro Liter, 30 Minuten einwirken) trinkbar.
Notfall-Wasseraufbereitungstabletten: Im Outdoor-Handel erhältlich. Kleine Flasche versorgt einen vierköpfigen Haushalt für Wochen. Unbedingt vorrätig haben.
Brunnen als beste Lösung
Wer einen eigenen Brunnen hat und eine handgetriebene Pumpe (Schwengelpumpe) als Backup, ist beim Blackout maximal unabhängig. Schwengelpumpen kosten 200–500 € und funktionieren vollständig stromlos.
Fazit
Minimale Investition: 20 Liter Wasserkanister als sofortige Notreserve, Wasseraufbereitungstabletten im Schrank. Mittelfristig: Regenwassertank. Langfristig: eigener Brunnen.