Eine Tinktur ist ein alkoholischer Kräuterauszug — und sie ist die kraftvollste Form Heilpflanzen zu nutzen. Alkohol ist ein hervorragendes Lösungsmittel: Er extrahiert sowohl wasserlösliche als auch fettlösliche Wirkstoffe die im Tee allein nicht verfügbar wären. Das Ergebnis ist konzentriert, haltbar und schnell wirksam.
Das Grundrezept
Du brauchst: Frische oder getrocknete Kräuter, Alkohol mindestens 40 % (Korn, Wodka), verschließbare Glasgefäße, Käsetuch, dunkle Glasfläschchen mit Tropfeneinsatz.
- Kräuter vorbereiten: Frische Kräuter zerkleinern und 1 Tag welken lassen. Getrocknete grob zerkleinern.
- Verhältnis: 1 Teil Kraut auf 5 Teile Alkohol (1:5)
- Kräuter ins Glas, mit Alkohol übergießen bis alles bedeckt ist, gut verschließen
- 4–6 Wochen an dunklem, kühlem Ort ziehen lassen, täglich schütteln
- Durch Käsetuch abseihen, gut ausdrücken
- In dunkle Fläschchen füllen, mit Datum und Inhalt beschriften
Haltbarkeit
Korrekt hergestellt und dunkel gelagert hält eine Tinktur 3–5 Jahre. Ideal für Vorratshaltung der Hausapotheke.
Die wichtigsten Tinkturen
Baldrian-Tinktur (Schlaf): Wurzeln im Herbst graben. Mit 60 % Alkohol. Dosierung: 20–30 Tropfen in Wasser, 30 Minuten vor dem Schlafen.
Echinacea-Tinktur (Immunsystem): Sonnenhut-Wurzeln im Herbst. Mit 60 % Alkohol. Bei Erkältung: 30 Tropfen 3× täglich, max. 10 Tage.
Melissen-Tinktur (Beruhigung): Blätter kurz vor der Blüte. Mit 40 % Alkohol. 20–30 Tropfen bei Unruhe.
Sicherheitshinweise
Tinkturen enthalten Alkohol. Bei Kindern unter 12, Schwangerschaft und Lebererkrankungen nicht einnehmen. Für Kinder: Tropfen in heißem Tee — Alkohol verdampft.
Fazit
Tinkturen sind mächtige Werkzeuge der pflanzlichen Heilkunde. Das Herstellen dauert 5 Minuten — der 6-wöchige Auszug erledigt den Rest.