Wasser

Regenwassertank kaufen: Ober- oder Unterirdisch?

M Mark 1. Mai 2026 6 Min Lesezeit

Der Markt für Regenwassertanks ist unübersichtlich: Größen von 150 bis 100.000 Liter, Materialien von Kunststoff bis Beton, Preisunterschiede von 50 bis 5.000 €. Dieser Vergleich hilft bei der Entscheidung.

Typ 1: Oberirdische Regentonne (150–1.500 L)

Kosten 30–250 €. Installation in 2 Stunden, keine Genehmigung. Für Kleingarten bis 100 m² ideal. Nachteil: Algenbildung, friert ein, begrenzte Kapazität.

Typ 2: IBC-Container (1.000 L)

50–120 € gebraucht, 180–250 € neu. Günstig, stapelbar, mit Auslaufhahn. Wichtig: Nur lebensmittelechte Container kaufen! Nie Behälter für Chemikalien nutzen.

Typ 3: Unterirdischer Kunststofftank (1.500–10.000 L)

HDPE oder PP, 700–3.300 € inkl. Einbau. Unsichtbar, keine Temperaturschwankungen, kein Algenwachstum. Braucht Bagger und Pumpe. Beste Langzeitlösung für Gärten über 200 m².

Typ 4: Betonzisterne (5.000–50.000 L)

3.000–30.000 €. Extrem langlebig (50+ Jahre), wartungsarm, für Hofbetriebe und Off-Grid ideal.

Entscheidungshilfe

  • Kleiner Garten, Budget <200 €: 2× Regentonnen à 500 L
  • Mittlerer Garten, Budget 500–1.500 €: IBC-Container + Regentonne
  • Größerer Garten mit Automatik: Erdtank 3.000–5.000 L
  • Großes Grundstück, Eigenversorgung: Betonzisterne 10.000+ L

Zubehör

  • Fallrohranschluss mit Filter
  • Tauchpumpe (für Erdtanks)
  • Druckausdehnungsgefäß
  • Überlaufanschluss

Fazit

Für die meisten Selbstversorger ist ein Erdtank mit 3.000–5.000 L das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Einmal installiert, jahrelang wartungsarm und zuverlässig.

Schritt-für-Schritt: Regenwassertank installieren

  1. Standort wählen: Erdtanks brauchen ebenes Terrain mit leichtem Gefälle. Oberirdische Systeme sollten im Schatten stehen zur Vermeidung von Algenbildung.
  2. Fallrohre vorbereiten: Alle Dachflächen mit Fallrohren versehen. Mit Filter kombinieren um Blätter und Schmutz zu entfernen.
  3. Anschlüsse dichten: Alle Verbindungen mit Teflonband abdichten. Übeläufe sicherstellen.
  4. Pumpensystem installieren: Für Erdtanks eine Tauchpumpe mit Drucktank. Für Regentonnen auch manuelle Entnahme möglich.
  5. Testbetrieb: Bei erstem Regen System auf Dichtheit prüfen.

Häufige Fehler beim Tankaufbau

  • Falsche Dimensionierung: Die häufigste Fehlerquelle. Faustregel: 1 m² Dachfläche = 1 m³ Wasser pro Jahr (bei 1.000 mm Niederschlag).
  • Keine Filterung: Ungefilterte Tanks führen schnell zu Algen und Biofilm. Ein guter Fallrohrfilter kostet nur 30-50 €.
  • Stagnation: Wasser muss zirkulieren. Stillstehendes Wasser wird zum Brutplatz für Mücken und Algenhochhaus.
  • Materialinkompatibilität: Kupferdächer und Kupferrinnen oxidieren ins Wasser. Besser: Zink, Edelstahl oder beschichtete Systeme.
  • Zu flache Neigung: Fallrohre und Überlaufschläuche brauchen mindestens 2° Neigung für Selbstablauf.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Kann ich Regenwasser trinken? Mit ausreichend Filterung und UVC-Bestrahlung ja, aber für Toiletten, Gartenbewässerung und Waschmaschine ist es bereits lohnend.

Wie oft muss ich den Tank reinigen? Ein Erdtank mit guter Filterung alle 5-10 Jahre. Oberirdische Behälter jährlich kontrollieren auf Algen und Verschlammung.

Kostet Regenwassertechnik zu viel? Die Amortisation hängt vom Wasserpreis ab. Bei 2 €/m³ rechnet sich eine 3.000L Anlage in 2-4 Jahren.

Ist ein Regenwassertank rechtlich genehmigungspflichtig? Je nach Bundesland und Größe unterschiedlich. Oberirdische Systeme sind fast überall frei. Erdtanks können Genehmigung brauchen.

Kann mein Tank überfrieren? Bei Erdtanks kaum ein Problem (Erde isoliert). Oberirdische Behälter unter -5°C kritisch ➜ Isolierung empfohlen.

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Regenwasserqualität und Reinigung

Regenwasser aus dem Dach ist nicht immer rein. Dachziegel setzen Stoffe ab, Vogelkot und Blattlaub landen regelmäßig in der Rinne. Eine Regenrinnen-Filter oder Dachfilter (25–60 Euro) ist deshalb sinnvoll. Diese filtern Schmutz heraus, bevor das Wasser den Tank erreicht. Für empfindliche Pflanzen oder Gießen von Gemüse ist zusätzliche Filterung empfehlenswert: Ein einfacher Sandfilter (ca. 100 Euro) reduziert Keimzahl um 99%. Die Wassergüte kann mit kostengünstigen Test-Sets überprüft werden.

Kapazitätsberechnung für verschiedene Haushalte

Ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 120 m² Dachfläche (typisch: 100–150 m²) sammelt bei 1000 mm Jahresregen etwa 120.000 Liter. In Deutschland durchschnittlich 600–800 mm/Jahr = 60.000–120.000 Liter möglich. Ein 3-Personen-Haushalt mit Garten und Toilettenspülung spart damit etwa 30–40% Trinkwasser-Verbrauch. Ein reiner Gartenbewässerer mit nur 300 m² Grünfläche braucht je nach Pflanzenart 1000–2000 Liter pro Monat (Sommer). Ein 3000-Liter-Tank reicht dann für 1,5–3 Monate.

Installation und Anschlüsse im Detail

Oberirdische Tanks: Fundament muss absolut eben und tragfähig sein. 1000 Liter = ca. 1 Tonne, 5000 Liter = 5 Tonnen. Betonfundament (15 cm) gießen, trocken lassen (7 Tage). Ablauf-Höhe zum Garten kalkulieren – ideale Höhe 80–120 cm ermöglicht Schlauch-Bewässerung ohne Pumpe.

Unterirdische Tanks: Erfordert Tiefbau. Schacht muss 20–30 cm breiter als Tank sein. Drainage-Ring um Tank legen, verdichten. Rückstau-Sicherung erforderlich (Ventil), damit bei Starkregen Wasser nicht in Keller läuft. Professionelle Installation kostet 1000–3000 Euro zusätzlich.

Überlauf-System: Wenn Tank voll, leitet Überlauf überschüssiges Wasser in die Kanalisation ab. Moderner Standard ist ein Dach-Überlauf mit Schlamm-Entleerung: alle 1–2 Jahre die unteren 50 Liter (wo sich Schlamm sammelt) ablassen.

Wasserpumpen und Drucksysteme

Für einfaches Gießen: Tauchpumpe (80–200 Euro) reicht – 1000–2000 L/h. Für Toilettenspülung/Waschmaschine: Druckanlage nötig (400–1000 Euro). Diese hält konstant 2–3 bar Druck, was für Standard-Haushaltsgeräte notwendig ist. Automatische Druckschalter schalten die Pumpe nur bei Bedarf ein. Verbrauch: ca. 50–100 Watt im Betrieb. Mit Solarpumpe spart man Stromkosten (40–80 Euro, ideal für pure Bewässerung).

Legionellen, Keimwachstum und Wartung

Stagnantes Wasser in Tanks kann nach 2–3 Wochen problematische Keime entwickeln, besonders bei Wärme über 25°C. Legionellen sind ein bekanntes Risiko bei Brauchwasser-Systemen. Präventiv: Tank mindestens 2x pro Jahr reinigen, jährlich biologisch behandeln (Phosphat-Zusätze 10–20 Euro). UV-Filter oder Chlor-Zusätze sind weitere Optionen. Für Trinkwasser-Qualität ist Regenwasser ungeeignet – immer nur für Gießen und Toilettenspülung nutzen.

Kosteneffizienz und Amortisation

Oberirdischer Tank 1000L: Anschaffung 200–400 Euro. Sparvolumen: ca. 1000 L/Jahr = 2–4 Euro Wassersparnis (je nach Region). Amortisation: 50–200 Jahre – eher symbolisch. Nutzen liegt in Unabhängigkeit und Gartenqualität.

Unterirdischer Tank 5000L mit Druckanlage: Anschaffung 2000–5000 Euro. Sparvolumen: bis 50.000 L/Jahr = 100–200 Euro. Amortisation: 10–30 Jahre. Wirtschaftlich sinnvoll für größere Grundstücke.

Förderungen: Viele Bundesländer und Gemeinden fördern Regenwasser-Systeme mit 200–1000 Euro. Informationen bei der Unteren Wasserbehörde einholen.

Häufige Fehler bei Regenwasser-Systemen

Falsche Kapazität: Zu kleine Tanks sind schnell leer, zu große lagern stagnierendes Wasser. Faustregel: 1–2 Liter pro m² Dachfläche dimensionieren.

Fehlende Wartung: Tanks verschlammen. Jährliche Inspektion und Reinigung sind Minimum.

Ungültige Anschlüsse: Regenwasser darf rechtlich nicht zur Toilettenspülung ohne Rückstau-Schutz/Versorgungsleitungs-Unterbrecher eingespeist werden. Baurechtliche Anforderungen prüfen!

Zu niedriges Fundament: Tanks ohne Fallrohr-Anschluss können überlaufen. Zulaufhöhe muss unter Tankdecke liegen.

Nachhaltige Ergänzungen zum Regenwasser-System

Mulch-Speicher: In Kombination mit Regenwasser-Tank: Mulchschicht auf Beeten reduziert Bewässerungsbedarf um 30–40%.

Perkolation & Versickerung: In wasserdurchlässigen Böden: Überschusswasser direkt in den Untergrund – reduziert Überlast und Kanalgebühren.

Gründächer & Fassadenbegrünung: Retentionsfähige Pflanzen halten Wasser länger, reduzieren Abfluss, verbessern Mikroklima.

Rechtliche Aspekte und Genehmigungen

In den meisten deutschen Bundesländern sind Regenwasser-Speicher bis 1000 Liter genehmigungsfrei. Größere Anlagen müssen angemeldet werden. Besonderheit: Wenn das System an Trinkwasserleitungen angeschlossen ist, ist eine Rückstau-Sicherung Pflicht. Nachbarschaftsrecht: Überlauf-Wasser darf nicht zum Nachbarn laufen – es muss in den eigenen Untergrund oder zur öffentlichen Entwässerung geleitet werden.

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