Eine Inselanlage vollständig zu planen ist komplex — mit dem richtigen Vorgehen machbar. Ziel: ein System das zuverlässig Strom liefert wenn kein Netzanschluss vorhanden ist.
Systemkomponenten
- Solarmodule (Energieerzeugung)
- MPPT-Laderegler
- Batteriespeicher
- Wechselrichter
- Generator als Backup (unverzichtbar!)
Schritt 1: Bedarfsermittlung
Alle Verbraucher auflisten mit Watt-Angabe und täglicher Nutzungsdauer. Kühlschrank 100W × 24h × 30 % Duty-Cycle = 720 Wh. Beleuchtung 40W × 5h = 200 Wh. Etc. Dann 20–30 % Puffer einplanen.
Schritt 2: Solarmodule dimensionieren
Formel: kWp = Tagesbedarf Wh / (Sonnenstunden schlechtester Monat × Systemwirkungsgrad)
Dezember in Deutschland: ca. 2–3 Sonnenstunden. Beispiel: 3.000 Wh / (2,5 × 0,75) = 1.600 Wp. Für Off-Grid 50 % überdimensionieren → 2.400 Wp.
Schritt 3: Batteriegröße
Formel: Kapazität = Tagesbedarf × Autonomietage / Entladetiefe. Bei 3.000 Wh, 3 Tage, 80 % (LiFePO4): 11.250 Wh ≈ 11,25 kWh.
Schritt 4: Laderegler und Wechselrichter
MPPT-Laderegler effizienter als PWM (bis 30 % mehr Ertrag). Wechselrichter muss Anlaufstrom von Motoren bewältigen (3–5× Nennleistung).
Systemspannung: 48V empfohlen
Ab 1.500 Wp ist 48V Standard: geringere Ströme, dünnere Kabel, effizienter.
Häufige Fehler
- Wintermonate unterschätzen
- Anlaufströme von Pumpen/Waschmaschinen vergessen
- Zu kleiner Speicher
- Kabelquerschnitt zu dünn
- Kein Generator als Backup geplant
Fazit
Sorgfältige Bedarfsermittlung ist entscheidend. Wer den Winterbedarf einplant und einen Generator als Backup hat, hat jahrzehntelang zuverlässige Versorgung.